1. Zum Religionsbegriff

Das akademische Studium der Religionen begann in der westlichen Welt im frühen 19. Jahrhundert, inspiriert durch die Denkmodelle der Philosophen des Zeitalters der Aufklärung im 18. Jahrhundert. Als von Entdeckern und Missionaren neue Informationen über sehr alte Religionstraditionen (besonders über die Philosophien Indiens und des Fernen Ostens) nach Europa in die Gelehrtenkreise getragen wurden, mußte die gängige Definition des Religionsbegriffs neu bestimmt werden.

Der Begriff, der bis zu diesem Zeitpunkt nur das Christentum und das Judentum ­ und hin und wieder auch den Islam ­ einschloß, erstreckte sich bald auch auf solch östliche religiöse Philosophien wie Hinduismus, Buddhismus, Konfuzianismus, Taoismus, Shintoismus, Zoroastrismus usw. Das neue Lehrfach, "Religionsgeschichte" oder "vergleichende Religionswissenschaft" genannt, bekam in seinen Ansätzen eine allgemeine und eine vergleichende Natur.
 

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