Die Dynamiken und Ethik

Scientology befaßt sich mit der treibenden Kraft des Universums und dem Sinn der Existenz.

Das Universum wird durch einen dynamischen Drang motiviert, einer Kraft, die dem Überleben dient, d. h. dem eigentlichen Daseinsprinzip. Sie variiert beim einzelnen und bei Rassen. Sie hängt von Physiologie, Umgebung und Erfahrung ab. Sie beeinflußt die Beharrlichkeit des Menschen im Leben und die Ausübung der Intelligenz, die als die Fähigkeit eines Individuums, einer Gruppe oder einer Rasse zur Lösung der mit dem Überleben zusammenhängenden Probleme angesehen wird.

Das ethische Niveau des einzelnen wird im Hinblick auf die Handlungen beurteilt, die er um des Überlebens willen vollbringt. Aus solch einer Sicht ist das Gute das Konstruktive, und das Schlechte ist das, was sich gegen das Überleben richtet. Es ist erkennbar, daß sich die Ethik der Scientology nicht auf eine Reihe von Ratschlägen begründet (die Bergsonsche Idee der abgegrenzten Moral). Sie ist vielmehr das Ergebnis eines Verstehens und einer Verinnerlichung des Lebenssinns und dient als ein persönlicher Kompaß. Man kann sie als ein offenes Moralsystem bezeichnen.

Ähnlich anderen spirituell ausgerichteten Gruppen gibt es in Scientology keine "Sünde". Es gibt Fehlhandlungen, die aus zerstörerischen Handlungen gegen den Menschen, die Familie, die Gesellschaft und Gott bestehen. Es ist Teil des scientologischen Verständnisses von Ethik, daß diese Schwächen erkannt und bereinigt werden müssen.

Mit zunehmender Komplexität des Organismus nimmt auch die Komplexität des dynamischen Drangs zu. Bei einem "normalen" (nicht "aberrierten", also nicht "von der Vernunft abgewichenen") Menschen gliedert sich diese Dynamik in acht Bereiche, mit denen jeweils Ziele verbunden sind.

(1) Die Selbst-Dynamik besteht aus dem dynamischen Drang, als ein Individuum zu überleben, Vergnügen zu erlangen und Schmerz zu vermeiden. Sie hängt mit Nahrung, Kleidung, Unterkunft, persönlichen Ambitionen und den allgemeinen Zielen des Individuums zusammen.

(2) Die Sex-Dynamik bestimmt die Fortpflanzung.

(3) Die Gruppen-Dynamik bestimmt das gesellschaftliche Leben. Sie stimuliert das Verhalten, mit dem das Überleben der Gruppe erhalten werden soll, der die Einzelperson angehört.

(4) Die Menschheits-Dynamik bezieht sich auf das Überleben der menschlichen Art.

(5) Die Dynamik des Lebens drängt die Person dazu, für das Leben selbst zu arbeiten, d. h. für alle lebenden Dinge, Pflanzen wie auch Tiere.

(6) Die Dynamik des physischen Universums ist der Drang des Individuums, das Überleben von Materie, Energie, Raum und Zeit zu fördern.

(7) Die Dynamik der geistig-gedanklichen Welt ist der Drang von Individuen, als immaterieller Gedanke zu überleben, als geistig-spirituelle Wesen.

(8) Die Dynamik des universellen Gedankens ist der Drang, für den Schöpfer oder für ein Höchstes Wesen zu überleben.

Nur die ersten vier Dynamiken hängen mit der Dianetik zusammen. Die anderen, die in den frühen 50er Jahren hinzukamen, sind metaphysischer Natur und werden in Scientology angesprochen (Unterscheidung siehe unten).

Der Anhänger wird aufgefordert, sich mit allen Dynamiken zu identifizieren. Listen zur Selbsterfahrung helfen ihm bei jeder Dynamik, eine Bestandsaufnahme seines Zustandes durchzuführen. Mit Hilfe eines Geistlichen sucht er nach Möglichkeiten, die Mängel solcher Zustände zu beheben.
 

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