Finden wir in der Scientology Kirche ausgeprägte religiöse Glaubensvorstellungen, bezüglich der Bedeutung und der letztlichen Bestimmung des menschlichen Lebens? Eine auch nur oberflächliche Vertrautheit mit der Scientology-Gemeinschaft und ihrer Literatur führt dazu, diese Frage zu bejahen. Gemäß ihrer eigenen Literatur ist Scientology „eine angewandte religiöse Philosophie und Technologie, die die Probleme des Geistes, des Lebens und des Denkens löst". Diese „Probleme des Geistes, des Lebens und des Denkens" müssen nicht dauerhaft sein, sondern können laut Scientology gelöst werden. Dieses Überwinden der „Probleme des Geistes, des Lebens und des Denkens" findet in Scientology durch Bewußtsein und Wissen statt. Wesentliche Begriffe in diesem Zusammenhang sind der Thetan und die Acht Dynamiken (Impulse, Antriebe). Beide bedürfen einer kurzen Klarstellung, um auf einige zentrale Aspekte der Glaubenslehre von Scientology hinzuweisen.

Scientology zufolge besteht der Mensch aus drei unterschiedlichen Teilen: Dem Körper, dem Verstand und dem Thetan. Der Thetan in Scientology entspricht der Seele im Christentum und dem Geist (Spirit) im Hinduismus. Teil des Problems des Lebens ist es, daß die menschlichen Wesen das Bewußtsein über ihre wahre Natur verloren haben. In Scientology bedeutet das, ein Bewußtsein ihrer selbst als Thetane. Bewußtsein und Wissen über sich selbst als Thetan sind jedoch wesentlich für Wohlbefinden und Überleben. Menschliche Wesen verwechseln oft ihre tiefste Wirklichkeit mit dem Körper oder Verstand oder betrachten sich selbst lediglich als Körper und/oder Verstand. Für Scientology ist es jedoch wesentlich, daß menschliche Wesen ihre geistige Natur wieder erwecken und erkennen, „daß sie ein Thetan sind", wie es in der Sprache der Scientology heißt. Der Thetan ist „spirituell, unsterblich und ,im Grunde genommen unzerstörbar'".
 

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