III.VI. DIE SOZIALE UND INSTITUTIONELLE DIMENSION
Wenn auch jeder Mensch prinzipiell seine eigenen religiösen
Ideen haben und seine eigenen religiösen Bräuche verrichten könnte,
ohne sich dabei notwendigerweise mit anderen Gläubigen zusammenzuschließen,
haben doch die meisten Religionen eine Art soziale Organisation. Insbesondere
in einigen kleinen Gemeinschaften finden die religiösen Praktiken
in denselben sozialen Einrichtungen statt, in denen auch andere Aktivitäten,
wie zum Beispiel wirtschaftliche, stattfinden. In anderen Gemeinschaften
gibt es spezialisierte religiöse Institutionen, wie beispielsweise
die organisierten Gemeinschaften im Christentum, die Mönchsorden des
Buddhismus und die Versammlungen der Gläubigen im Judaismus oder im
Islam. Selbst innerhalb derselben großen religiösen Tradition,
wie im Christentum, kann es mehr als eine Art der religiösen Organisation
geben zum Beispiel: vom formalisierten und hierarchischen System
der Kirche von Rom bis zum mehr informellen und egalitären System
einiger protestantischer Kirchen. Viele Religionen, aber nicht alle, haben
spezialisierte religiöse Amtsträger wie Gurus, Mönche, Priester,
Imame, Ulemas, Rabbiner, Geistliche, Schamanen usw.